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Probleme des Bewegunsapparates beim Hund Teil I: Ursachen und Erkennung

 

Probleme des Bewegungsapparates beim Hund sind mittlerweile leider keine Seltenheit mehr, sondern trauriger Standard. Während es bei manchen Rassen aufgrund der unnatürlichen Proportionen zu schmerzenden Gelenken, wie z.B. bei der Arthrose, kommt oder die Gelenkdeformität angeboren ist; führt bei etlichen Hunden aber auch eine fehlerhafte Fütterung, zu schnelles Wachstum im Welpenalter oder Übergewicht zu massiven Problemen im Gelenk. Die Folgen sind gravierend: lahmende Hunde, Dauerschmerzmedikation schon in jungen Jahren und in nicht wenigen Fällen ist eine Operation zur Verbesserung der Lebensqualität der Fellnasen unumgänglich.

 

Ich möchte hier nun gar nicht die Diskussion lostreten, warum wir weiterhin solch bedauernswerte, skelettal „verbaute“ Kreaturen züchten, obwohl dies sicher an anderer Stelle auch einmal angebracht wäre, sondern vielmehr darauf eingehen, wie man den Hunden unterstützend naturheilkundlich, physiotherapeutisch und osteopathisch helfen kann.

 

Dabei sollte man aber für den Härtefall auch immer die gut durchdachte und verantwortungsbewusst eingesetzte schulmedizinische Behandlung mit einbeziehen, da auch Kräuter und Co. bei schlimmen Schmerzzuständen an ihre Grenzen kommen.

 

Zuerst sei erwähnt, dass viele Hunde Meister im überspielen von Schmerzen sind und die wenigsten sich wehklagend ihrem Schicksal fügen, sondern weiterhin Pausenclown, Beschützer und Seelentröster spielen. Hier gilt es als guter Besitzer seinen Hund zu kennen und genau zu beobachten und selbst dann merkt man es bei einigen Vierbeinern trotzdem recht spät.

 

Ist der Hund plötzlich apathisch, mag nicht mehr spielen oder fressen; reagiert, obwohl sonst verträglich, aggressiv auf andere Artgenossen oder sogar Menschen, sind dies definitiv Warnsignale. Bei etlichen Hunden zeigt sich aber auch ein zunehmend „unrundes“ Gangbild oder Lahmheit.

Hier ist der Gang zum Tierarzt und/oder Therapeuten unumgänglich.

 

Nicht immer ist die Diagnosefindung so einfach, aber ob mit oder ohne eindeutigem Befund, kann man nun beginnen den Hund bei eindeutigen Schmerzanzeichen schon einmal hinsichtlich der Schmerzlinderung abzudecken. Zu Beginn geschieht dies oft schulmedizinisch, aber eine begleitende naturheilkundliche Therapie ist in diesem Fall durchaus möglich.

 

Es sollte aber bedacht werden, dass ein Hund der mit Schmerzmitteln abgedeckt ist, nicht mehr ganz objektiv untersucht werden kann, da er gegebenenfalls die schmerzende Stelle nicht mehr anzeigt. Deshalb sollten als erste Maßnahmen manuelle Verfahren wie das Mobilisieren der Gelenke, Abtasten des Körpers und die Untersuchung der Reflexe im Vordergrund stehen. Führt dies zu keinem eindeutigen Ergebnis, was leider recht häufig der Fall ist, sind bildgebende Verfahren wir Röntgen, Computertomographie und Magnetresonanztomographie zum Teil von Nöten, wenn die Lahmheit oder Schmerzsituation sich nach Gabe des Schmerzmittels, welches nach der manuellen Untersuchung gegeben wurde, nicht von selbst innerhalb weniger Tage auflöst. Auch ein Hund kann sich natürlich einmal zerren oder verstauchen.

 

Bleibt die Situation allerdings unverändert, helfen oben erwähnte Verfahren weiter Licht ins Dunkel zu bringen.

 

Was häufig nicht getan wird, jedoch ebenfalls enorm wichtig ist, ist ein Abtasten des Abdomens, sprich Bauchraum. Auch hier kann es in manchen Fällen zu Erkrankungsbildern kommen, die sich auf das Gangbild und die Haltung des Hundes auswirken.

Auch ein Hund kann, ganz genau wie der Mensch auch, bei Bauchschmerzen gekrümmt stehen. Dies sollte bedacht werden.

 

Ebenfalls zu erwähnen sind neurologische Erkrankungen, also Erkrankungen die das Nervensystem betreffen, wie z.B. Borreliose, ein Schlaganfall oder das Vestibularsyndrom.

 

Es kann zudem durchaus Sinn machen die Blutwerte zu überprüfen um Entzündungsreaktionen oder weitere Veränderungen des Blutbildes zu erkennen.

 

Der bedachte Tierarzt und/oder Therapeut wird die Diagnostik Schritt für Schritt durchführen, um nicht direkt mit Kanonen auf Spatzen zu schießen und den Hund nicht unnötig zu stressen.

 

Was nun aber tun, wenn die Diagnose im Raum steht oder der geliebte Vierbeiner einfach nicht wieder richtig fit wird?! Waren Physiotherapie, Osteopathie und Naturheilkunde früher nur den Menschen vorbehalten, so kommen in den letzten Jahren auch zunehmend Hunde und andere Tiere in den Genuss dieser komplementärmedizinischen Therapie- und Heilmethoden.

 

Dazu mehr im nächsten Beitrag.

 

In diesem Sinne, bleibt gesund und herzliche Grüße

 

Anika

 

 

 

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Anika Steidel

Hundeosteo-/physiotherapeutin (HOP) & Heilpraktikerin (Kursleiterin)

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